Sozialversicherung

Für die Sozialversicherung benötigen Sie eine Sozialversicherungsnummer. Wenn Sie noch keine haben, können Sie diese bei Ihrer Krankenkasse oder direkt bei der Rentenversicherung beantragen.

Von Ihrem Bruttogehalt werden neben Steuern auch Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Einen Teil der Kosten für Ihre Sozialversicherung muss Ihr Arbeitgeber zahlen. Sie müssen damit rechnen, dass von Ihrem Bruttogehalt ungefähr 20% für Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden.

Mehr zum Thema Steuern erfahren Sie hier.


Krankenversicherung
In Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht. Auch als Ausländerin oder EU-Bürgerin benötigen Sie fast immer eine deutsche Krankenversicherung, wenn Sie sich hier länger aufhalten. Als Arbeitnehmerin oder Auszubildende  werden Sie Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse. Sie können sich bei einer Krankenkasse Ihrer Wahl anmelden, sobald Sie wissen, wer Ihr Arbeitgeber sein wird.
Für Arbeitnehmerinnen beträgt der monatliche Beitrag 14,6% Ihres Bruttolohns an die gesetzlichen Krankenkasse. Hiervon zahlen Sie und Ihr Arbeitgeber jeweils 7,3,%. Zusätzlichen können die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. Im Durchschnitt liegt dieser Beitrag etwa bei 1,1%, den Sie als Arbeitnehmerinnen zahlen müssen.
Falls Sie bisher über Ihren Ehemann familienversichert waren, müssen Sie als Arbeitnehmerin eine eigene Krankenversicherung abschließen.

Als Studentin müssen Sie eine Krankenversicherung haben, um ein Studium in Deutschland aufnehmen zu können. Die gesetzlichen Krankenkassen haben einen einheitlichen Tarif für Studierende.

Als EU-Bürgerin können Sie auch ohne eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu haben,  Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung werden. Dazu müssen Sie früher einmal Mitglied gewesen sein.

In allen anderen Fällen bleibt der Abschluss einer privaten Krankenversicherung die einzige Möglichkeit. Dies ist allerdings oft mit hohen monatlichen Kosten verbunden.

Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung sichert Sie gegen die Folgen von Pflegebedürftigkeit ab. Wer krankenversichert ist (egal ob gesetzlich oder privat), ist automatisch pflegeversichert. Als versicherungspflichtig Beschäftigte zahlen Sie 2,55% vom Bruttolohn: 1,275% zahlen Sie, 1,275% Ihr Arbeitgeber. Kinderlose Arbeitnehmer ab 23 Jahren zahlen 0,25% mehr.

Rentenversicherung
Als Arbeitnehmerin oder Auszubildende sind Sie pflichtversichert. Der monatliche Beitrag ist aktuell 18,7% vom Bruttolohn: 9,35% zahlen Sie und  9,35% Ihr Arbeitgeber.
Für die Berechnung Ihrer Rente zählen aber auch Zeiten, in denen Sie sich um Ihre Familie gekümmert haben. Für die Erziehung eines Kindes werden Ihnen drei Jahre angerechnet (bei Kindern, die vor 1992 geboren wurden, zwei Jahre). Auch für die Pflege eines Angehörigen können Ihnen Zeiten angerechnet werden, wenn Sie Ihren Angehörigen mindestens 14 Stunden in der Woche pflegen.

Arbeitslosenversicherung
Dies ist eine Pflichtversicherung für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Sie beträgt 3,0% vom Bruttolohn: 1,5%  zahlen Sie und 1,5% Ihr Arbeitgeber
Im Fall einer Arbeitslosigkeit erhalten Sie Unterstützung durch die Arbeitsagentur. Normalerweise können Sie erst Arbeitslosengeld (ALG 1) erhalten, wenn Sie in den letzten zwei Jahren  mindestens 12 Monate lang Beiträge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.
Pflegen Sie einen Familienangehörigen können Sie sich freiwillig versichern.
 
Unfallversicherung
Diese Versicherung tritt ein, wenn Sie einen Arbeitsunfall haben sollten, dazu gehören auch Unfälle auf dem Weg von und zur Arbeit und Berufskrankheiten.
Die Unfallversicherung zahlt allein der Arbeitgeber.
Auch Kinder, die eine Tageseinrichtung besuchen, sowie  Schüler und Studenten sind unfallversichert.

Besonderheiten bei Minijobs
Als Sozialabgabe zahlen Sie einen Eigenanteil in Höhe von 3,9 Prozent oder 13,9 Prozent (bei Minijobs in Privathaushalten) von Ihrem Lohn als Rentenversicherungsbeitrag. Ihr Arbeitgeber muss Sie bei der Minijobzentrale anmelden und zahlt  Renten- und Krankenversicherung, Lohnsteuer und eine Unfallversicherung für Sie. Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung muss der Arbeitgeber einer geringfügigen Beschäftigung nur zahlen, wenn Sie in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind. Ein Minijob kann ein erster Schritt zurück ins Berufsleben sein. Allerdings kann sich ein Minijob und die Anwendung der deutschen Rechtsvorschriften unter Umständen nachteilig auf Ihre soziale Absicherung  und/oder die Ihrer mitversicherten Angehörigen auswirken. Erkundigen Sie sich vor Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland bei den Stellen ihrer eigenen Sozialversicherung, welche Auswirkungen eine (geringfügige) Beschäftigung auf ihre soziale Absicherung hat, wenn Sie (und Ihre Angehörigen) z. B. in Ihrem Heimatland krankenversichert sind.
Bei Krankheit, Urlaub und an Feiertagen haben Sie Anspruch darauf, dass Ihr Lohn weiter gezahlt wird. Bei kurzfristigen Minijobs (weniger als 50 Arbeitstage oder weniger als 2 Monate) muss der Arbeitgeber keine Renten- und Krankenversicherung zahlen.

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W