Angehörige pflegen

In immer mehr Familien leben pflegebedürftige Angehörige. Auch hier muss gut geplant werden, wie die Versorgung der Angehörigen und der Beruf am besten zu vereinbaren sind.

Sie haben mehrere Möglichkeiten, wenn Sie selbst einen Teil der Pflege dauerhaft oder vorübergehend leisten möchten:

  • Sie können nach dem neuen Pflegezeitgesetz Ihre Arbeitszeit verringern oder sich ganz freistellen lassen, wenn Ihr Arbeitgeber mehr als 15 Beschäftigte hat. Das dürfen Sie für höchstens 6 Monate in Anspruch nehmen.
  • Wenn Sie Ihren Angehörigen selbst pflegen möchten ist es nach dem Familienpflegezeitgestz möglich für maximal zwei Jahre die Arbeitsstunden auf bis zu 15 Stunden in der Woche zu reduzieren. Ihr Bruttogehalt wird entsprechend gekürzt. Sie erhalten jedoch vom Arbeitgeber die Hälfte des gekürzten Geldes trotzdem. Nach dem Ende der Pflegezeit besteht dann diese Kürzung weiter bis das wieder ausgeglichen ist. Dies geht nur, wenn Ihr Arbeitgeber mindestens 25 Beschäftigte hat.
  • Tritt der Pflegefall unerwartet ein oder entsteht eine besondere Pflegesituation, können Sie als Arbeitnehmerin bis zu zehn Arbeitstage frei nehmen. In dieser Zeit können Sie Ihren Angehörigen selbst pflegen oder eine geeignete Pflege organisieren.Sie erhalten in dieser zeit zwar kein Gehalt, jedoch Pflegeunterstützungsgeld.

Pflegebedürftigkeit liegt vor bei Personen, „die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen" (Definition des Pflegeversicherungsgesetzes). Das bedeutet konkret, Ihr Angehöriger benötigt in den nächsten Monaten Hilfe bei der Ernährung, Körperpflege, Bewegung und im Haushalt. Auch wenn die Pflege durch Angehörige erfolgt, besteht ein Anspruch auf Pflegegeld aus der Pflegeversicherung.

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W