Deutsch lernen - Deutsch sprechen, schreiben, verstehen

 

Deutsch lernen 

Es gibt in Deutschland nur sehr, sehr wenige Arbeitsplätze, in denen Sie ohne größere Deutschkenntnisse arbeiten können. Etwa dann, wenn die Firmensprache Englisch ist. Wenn Sie am Leben in Deutschland teilhaben wollen, ihre Kinder in der Schule unterstützen wollen, mit Ämtern kommunizieren, Arbeit und Wohnung suchen, dann ist es wichtig für Sie, dass Sie Deutsch lernen.

Integrationskurse – was ist das überhaupt?

Der Integrationskurs soll zur Sprachprüfung „Zertifikat Deutsch“ führen, die dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen entspricht. Insgesamt hat der allgemeine Integrationskurs 660 Stunden. Es gibt aber auch spezielle Kurse mit bis zu 960 Stunden. Es gibt zum Beispiel Integrationskurse mit Alphabetisierung, Integrationskurse für Frauen, für Eltern, für junge Erwachsene, es gibt Förderkurse und Intensivkurse.
Der Kurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Der Sprachkurs besteht aus einzelnen Modulen zu je 100 Unterrichtsstunden:

  • Der allgemeine Sprachkurs hat 6 Module (also insgesamt 600 Unterrichtsstunden),
  • Kurse im Bereich Alphabetisierung, Förderkurse, Frauen- oder auch Elternkurse haben 9 Module (also 900 Unterrichtsstunden).

Im Sprachkurs werden wichtige Themen aus dem alltäglichen Leben behandelt, wie Gesundheit, Arbeit, Kindererziehung, Wohnen etc. Außerdem lernen Sie, auf Deutsch Briefe und E-Mails zu schreiben, Formulare auszufüllen, zu telefonieren oder sich auf eine Arbeitsstelle zu bewerben.
Am Ende des Sprachkurses besuchen Sie den Orientierungskurs. Er dauert 60 Stunden und wird Sie über das Alltagsleben und die Gesellschaft in Deutschland informieren. Dort erfahren Sie etwas über die Rechtsordnung, die Kultur und die Geschichte Deutschland.
Der Integrationskurs endet mit einem Abschlusstest, der aus zwei Teilen besteht:

  • Sprachtest „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (DTZ)
  • Test „Leben in Deutschland“


Wenn Sie die Sprachprüfung auf der Stufe B1 und den Test „Leben in Deutschland“ bestehen, haben Sie erfolgreich am Abschlusstest teilgenommen und erhalten das „Zertifikat Integrationskurs“.
Wenn Sie darüber hinaus den Test „Leben in Deutschland“ mit mindestens 17 Punkten bestanden haben, können Sie damit auch schon die für die Einbürgerung geforderten Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung nachweisen.
Ebenso können Sie mit dem „Zertifikat Integrationskurs“ die deutsche Staatsbürgerschaft bereits nach 7 Jahren rechtmäßigen Aufenthalts in Deutschland beantragen.

Im Abschlusstest die Niveaustufe B1 nicht erreicht?

Wenn Sie immer ordnungsgemäß am Unterricht teilgenommen, das volle Stundenkontingent des Integrationskurses ausgeschöpft, aber in der Sprachprüfung des Abschlusstests das Sprachniveau B1 nicht erreicht haben, können Sie einen Antrag auf einmalige Wiederholung von 300 Unterrichtsstunden stellen. Sie können dann auch noch einmal kostenlos an der Sprachprüfung teilnehmen.

Wer kann teilnehmen? Wer hat gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs?

Spätaussiedler, die ab dem 1. Januar 2005 in Deutschland aufgenommen worden sind:
Sie, Ihr Ehepartner und Ihre Kinder (sofern sie nicht in Deutschland zur Schule gehen) haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenlosen Integrationskurs. Die Kosten übernimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Die Teilnahmeberechtigung haben Sie direkt bei der Einreise nach Deutschland vom Bundesverwaltungsamt in Friedland erhalten.

 

Hierzu stellen Sie bitte einen Antrag auf Ausstellung einer Teilnahmeberechtigung beim Bundesverwaltungsamt. Den Antrag können Sie formlos per Post oder Fax an folgende Adresse schicken:
Bundesverwaltungsamt
Außenstelle Friedland
Heimkehrerstraße 16
37133 Friedland

Telefon: +49 5504 801–0
Telefax: +49 5504 801–391

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die in Deutschland zur Schule gehen, haben keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Integrationskurs.

„Drittstaatsangehörige“ mit Aufenthaltstitel ab 2005

Wenn Sie Ihren Aufenthaltstitel ab dem 1. Januar 2005 erhalten haben und die folgenden Voraussetzungen erfüllen, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs:
Sie leben dauerhaft in Deutschland und haben Ihre erste Aufenthaltserlaubnis nach dem 1. Januar 2005 erhalten. Sie sind in Deutschland:

  • als Arbeitnehmer
  • zum Zwecke des Familiennachzuges
  • aus humanitären Gründen
  • als langfristig Aufenthaltsberechtigter nach § 38a Aufenthaltsgesetz (AufenthG) oder
  • Sie halten sich dauerhaft in Deutschland auf und haben erstmals eine Niederlassungserlaubnis nach § 23 Abs. 2 AufenthG erhalten.


Ihr Aufenthalt in Deutschland gilt als dauerhaft, wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis von mehr als einem Jahr erhalten haben oder eine Aufenthaltserlaubnis seit über 18 Monaten besitzen.

Sie erhalten von der Ausländerbehörde Ihren Berechtigungsschein. Damit können Sie sich einen Integrationskursträger aussuchen.

Ein Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs besteht nicht,

  • bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Deutschland eine Schulausbildung machen,
  • bei erkennbar geringem Integrationsbedarf
  • wenn Sie bereits ausreichend Deutsch sprechen (an einem Orientierungskurs dürfen Sie dann trotzdem teilnehmen).

Verpflichtung zur Teilnahme an einem Integrationskurs
Wenn Sie Ihre Aufenthaltserlaubnis nach dem 1. Januar 2005 bekommen haben und sich nicht auf einfache, beziehungsweise ausreichende Art auf Deutsch verständigen können, müssen Sie einen Integrationskurs machen. Die Ausländerbehörde stellt die Teilnahmeverpflichtung fest, wenn sie Ihnen den Aufenthaltstitel ausstellt.
Erhalten Sie Arbeitslosengeld II und fordert Sie die Stelle, von der Sie das Arbeitslosengeld II erhalten, zur Teilnahme auf, müssen Sie ebenfalls einen Integrationskurs machen.

Sie können nicht zur Teilnahme verpflichtet werden,

  • wenn Sie in Deutschland eine Ausbildung machen oder an vergleichbaren Bildungsangeboten (zum Beispiel Weiterbildung, Fortbildung) teilnehmen / teilgenommen haben.
  • wenn für Sie die Teilnahme an einem Integrationskurs auf Dauer unmöglich oder unzumutbar ist, zum Beispiel weil Sie einen Familienangehörigen pflegen müssen.
  • wenn Sie arbeiten und auch die Teilnahme an einem Teilzeitkurs nicht möglich ist.

Wer kann zur Teilnahme an einem Integrationskurs zugelassen werden, hat aber keinen Rechtsanspruch:

„Drittstaatsangehörige“ mit Aufenthaltstiteln vor 2005
Wenn Sie Ihren Aufenthaltstitel in Deutschland vor dem 1. Januar 2005 erhalten haben, kann Sie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zum Integrationskurs zulassen, wenn noch Kursplätze frei sind. Das gilt auch, wenn Sie einen Aufenthaltstitel nach § 104 a Absatz 1 oder § 23 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes haben.

Deutsche Staatsangehörige
Als deutsche Staatsangehörige haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kann Sie aber zum Integrationskurs zulassen, wenn Sie noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, besonders integrationsbedürftig sind und es freie Kursplätze gibt.
Spätaussiedler können zusätzlich als deutsche Staatsangehörige zum Integrationskurs zugelassen werden, wenn Sie vor dem 1. Januar 2005 in Deutschland aufgenommen wurden, bereits einen Sprachkurs der Bundesagentur für Arbeit besucht haben und trotzdem einen Integrationskurs absolvieren möchten.
 
EU-Bürger
Auch EU-Bürger haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kann Sie aber zum Integrationskurs zulassen, wenn Sie noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, besonders integrationsbedürftig sind und es freie Kursplätze gibt.

Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs
„Drittstaatsangehörige“ mit Aufenthaltstiteln vor 2005, Deutsche Staatsangehörige und EU-Bürger müssen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs stellen, um einen Berechtigungsschein zur Teilnahme an einem Integrationskurs zu erhalten.

Verpflichtung zur Teilnahme
Sie können zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet werden, wenn

  • Sie Arbeitslosengeld II erhalten und Sie von der Stelle, die Ihnen das Arbeitslosengeld II zahlt, zur Teilnahme verpflichtet werden
  • Sie in besonderer Weise integrationsbedürftig sind und die Ausländerbehörde Sie zur Teilnahme auffordert.

Wenn Sie zu einem Integrationskurs verpflichtet wurden, müssen Sie auf jeden Fall regelmäßig am Kurs und am Abschlusstest teilnehmen.

Unter welchen Umständen können Sie nicht verpflichtet werden
Sie können nicht zur Teilnahme verpflichtet werden, wenn

  • Sie in Deutschland eine Ausbildung machen oder an vergleichbaren Bildungsangeboten (zum Beispiel Weiterbildung, Fortbildung) teilnehmen / teilgenommen haben
  • für Sie die Teilnahme an einem Integrationskurs auf Dauer unmöglich oder unzumutbar ist, zum Beispiel weil Sie einen Familienangehörigen pflegen müssen.

Wie melde ich mich für einen Integrationskurs an?
Wenn Sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder der Ausländerbehörde oder dem Bundesverwaltungsamt eine Zulassung zum Integrationskurs (Berechtigungsschein) erhalten haben, können Sie sich einen Integrationskursträger aussuchen. Einen Integrationskursträger in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel mit Hilfe des Auskunftssystems WebGIS.
Auch die Ausländerbehörden und die Migrationsberatungsstellen haben Listen mit Adressen von Kursträgern, die Sie Ihnen gerne geben.
Sobald Sie einen Kursträger gefunden haben, sollten Sie zu ihm gehen, um den Berechtigungsschein abzugeben und sich anzumelden. Der Kursträger wird Ihnen helfen, einen passenden Kurs auszuwählen. Außerdem sagt er Ihnen, wann der nächste Kurs beginnt.

Sie können schon Deutsch oder Sie haben Probleme mit dem Lesen und Schreiben? – Der Einstufungstest vor dem Kurs
Vor Beginn des Integrationskurses führt der Kursträger einen Einstufungstest durch. Das Ergebnis hilft ihm, zu entscheiden, mit welchem Kursabschnitt Sie beginnen sollten und ob ein spezieller Integrationskurs sinnvoll wäre.

Was kostet der Kurs und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Kostenlose Teilnahme für Spätaussiedler und ihre Ehepartner und Kinder
Nur Spätaussiedler, ihre Ehepartner und die Kinder haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenlosen Integrationskurs, wenn Sie ab dem 1. Januar 2005 in Deutschland aufgenommen worden sind. Die Kosten übernimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die Teilnahmeberechtigung haben Sie direkt bei der Einreise nach Deutschland vom Bundesverwaltungsamt in Friedland erhalten.
Das gleiche gilt für Spätaussiedler, Ehepartner und Kinder, die vor dem 1. Januar 2005 in Deutschland aufgenommen worden sind und noch keinen Sprachkurs der Bundesagentur für Arbeit (SGB III - Kurs) besucht haben.
Hierzu stellen Sie bitte einen Antrag auf Ausstellung einer Teilnahmeberechtigung beim Bundesverwaltungsamt. Den Antrag können Sie formlos per Post oder Fax an folgende Adresse schicken:
Bundesverwaltungsamt
Außenstelle Friedland
Heimkehrerstraße 16
37133 Friedland

Kostenregelung für alle anderen Gruppen (Drittstaatenangehörige, Staatsangehörige der EU- und EWR-Länder sowie der Schweiz, Deutsche Staatsangehörige)
Für jede Unterrichtsstunde des Integrationskurses müssen Sie einen Kostenbeitrag von 1,95 Euro zahlen. Wenn Sie sich vor dem 1. Juli 2016 zu Ihrem Integrationskurs angemeldet haben, beträgt der Kostenbeitrag 1,55 Euro. Den Rest übernimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Ein allgemeiner Integrationskurs besteht aus 660 Stunden. Deshalb kostet Sie dieser gesamte Kurs 1.287 Euro (bei Anmeldung vor dem 1. Juli 2016 kostet er Sie 1.023 Euro). Sie müssen diesen Betrag nicht auf einmal zahlen, sondern können ihn pro Kursabschnitt á 100 Unterrichtsstunden entrichten. Wenn Sie einen Spezialkurs mit entsprechend mehr Unterrichtseinheiten besuchen, fällt auch der Kostenbeitrag höher aus (z.B. 1.872 Euro bei 960 Unterrichtsstunden). Wenn Sie nicht von den Kosten befreit wurden, müssen Sie vor Beginn jedes Kursabschnittes einen Kostenbeitrag bezahlen. Kommen Sie nicht zum Unterricht, müssen Sie den Kostenbeitrag für den laufenden Kursabschnitt trotzdem zahlen.

Kostenbefreiung und teilweise Erstattung von Kosten
Wenn Sie Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bekommen, werden Sie auf Antrag vom Kostenbeitrag befreit. Sie können auch dann vom Kostenbeitrag befreit werden, wenn Ihnen die Zahlung des Kostenbeitrages aufgrund Ihrer wirtschaftlichen oder persönlichen Situation besonders schwer fällt.
Den Antrag auf Kostenbefreiung müssen Sie immer vor Beginn des Integrationskurses stellen. Wenn Sie den Antrag erst im Laufe eines Kursabschnittes einreichen, können Sie erst ab dem folgenden Kursabschnitt von den Kosten befreit werden.
Schicken Sie den Antrag ausgefüllt und unterschrieben an die für Sie zuständige Regionalstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.
Wenn Sie den Abschlusstest am Ende des Integrationskurses innerhalb von zwei Jahren nach Ausstellung der Teilnahmeberechtigung bestehen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Hälfte Ihres Kostenbeitrages zurückbekommen. Auch hierfür müssen Sie einen Antrag bei der für Sie zuständigen Regionalstelle stellen.
Welche Regionalstelle für Sie zuständig ist, erfahren Sie mit Hilfe des Auskunftssystems WebGIS.

Fahrtkostenerstattung und Zuschuss zu den Fahrtkosten
Wenn Sie an einem Integrationskurs teilnehmen und Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beziehen, können Ihnen die Fahrtkosten erstattet werden, sofern sie notwendig sind.
Das gilt auch, wenn Sie vom Kostenbeitrag für den Integrationskurs befreit wurden. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie ordnungsgemäß am Integrationskurs teilnehmen. Einen Zuschuss zu Ihren Fahrtkosten können Sie erhalten, wenn die Ausländerbehörde Sie zur Teilnahme verpflichtet hat und Sie kein Arbeitslosengeld II bekommen.

Wer bietet Integrationskurse an?
Mit Hilfe des Auskunftssystems WebGIS können Sie einen Kursträger in Ihrer Nähe suchen. Das Auskunftssystem zeigt Ihnen die Adresse und die Telefonnummer an.

Wer berät mich und hilft mir weiter?

Folgende Stellen an Ihrem Wohnort können Ihnen weiterhelfen:

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W