Deutsch für den Beruf

Es gibt

  • kostenlose berufsbezogene Deutschkurse „Deutsch für den Beruf“ aus dem ESF-BAMF Programm (noch bis Ende 2017 möglich)
  • kostenlose Kurse zur berufsbezogenen Deutschsprachförderung (seit 1.7.2016 möglich)
  • (zumeist) kostenpflichtige berufsbezogene Deutschkurse, die sich an spezielle Berufsgruppen richten und / oder auf eine Fachsprachprüfung zur Berufszulassung vorbereiten
  • KompAS (Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb)

     

     

     

    Deutsch für den Beruf – ESF-BAMF (kostenlos)

    Die Kurse bestehen aus
    •    berufsbezogenem Deutschunterricht,
    •    Fachunterricht (berufliche Qualifizierung) und
    •    der Möglichkeit, einen Beruf durch ein Praktikum näher kennenzulernen.
    Ein Kurs hat maximal 730 Unterrichtsstunden und dauert als Vollzeitkurs 6 Monate, als Teilzeitkurs 12 Monate.

    Wer kann teilnehmen?

    An den kostenlosen  Deutschkursen für den Beruf können Sie teilnehmen, wenn Sie:
    •    noch zu geringe Sprachkenntnisse haben und zu wenig qualifiziert sind, um einen Arbeitsplatz zu finden.
    •    einen Migrationshintergrund haben. Ihre Staatsangehörigkeit und der Zeitpunkt Ihrer der Zuwanderung spielt hierbei keine Rolle – auch Spätaussiedler, in Deutschland geborene Personen, ausländische Familien und sogenannte Passdeutsche gehören dazu.
    •    einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben.
    •    arbeitssuchend gemeldet sind und (in der Regel) Leistungen nach SGB II (Hartz IV) oder SGB III (Arbeitslosengeld) beziehen oder - im Falle eines Beschäftigtenkurses - Sprachkenntnisse zum Erhalt Ihres Arbeitsplatzes erwerben möchten und von Ihrem Arbeitgeber hierfür freigestellt werden.
    •    bereits einen Integrationskurs des Bundesamts absolviert bzw. bereits ausreichende Deutschkenntnisse besitzen.
    •    die Schulpflicht erfüllt haben.

    Außerdem können Sie teilnehmen, wenn Sie an dem Bundesprogramm"ESF-Integrationsrichtlinie Bund" oder am "ESF-Bundesprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge II" teilnehmen.

    Weiterhin können Sie auch an einem Sprachkurs teilnehmen, wenn Sie sich in einem Beschäftigungsverhältnis befinden und noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzen, um den (zukünftigen) Arbeitsalltag zu meistern. Sie müssen allerdings einen Kostenbeitrag von 3,20 Euro pro Unterrichtseinheit erbringen und als Grundvoraussetzung das Sprachniveau A1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen und einen Migrationshintergrund mitbringen. Die Zahlung des Kostenbeitrags kann auch durch den Arbeitgeber erfolgen.

    Wer bietet die Kurse an?

    Sie finden die Anbieter dieser Kurse in Nordrhein-Westfalen unter "Adressen".

    Wie kann ich mich anmelden?

    Wenn Sie Arbeitslosengeld I oder II bekommen oder bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend gemeldet sind, sprechen Sie mit Ihrem Vermittler. Er oder sie kann Sie für einen Sprachkurs vorschlagen.

    Wenn Sie arbeiten und an einem solchen Kurs teilnehmen möchten, sprechen Sie mit ihrem Arbeitgeber. Dieser kann vom BAMF weitere Informationen erhalten.

    Sie können sich auch direkt beim Anbieter der Kurse beraten lassen. Dort wird ihnen erklärt, was Sie tun müssen.

     



    Kurse zur berufsbezogenen Deutschsprachförderung

    In den Integrationskursen lernen Zugewanderte die deutsche Alltagssprache. In berufsbezogenen Sprach- und Weiterqualifizierungsmodulen werden arbeitssuchende Migranten und Flüchtlinge danach auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Die berufsbezogene Deutschsprachförderung setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen, die sich kombinieren lassen und den Deutschunterricht mit Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit verbinden.

    Sie haben bereits gute bis sehr gute Deutschkenntnisse und möchten sich sprachlich und fachlich weiterqualifizieren, um Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern? Folgende Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um an der Förderung teilzunehmen.

     

    Wer kann teilnehmen?


    •    Sie müssen arbeitssuchend gemeldet sein und/oder beziehen in der Regel Hartz IV oder SGB Arbeitslosengeld; Sie suchen eine Ausbildungsstelle, befinden sich bereits in der Ausbildung oder Sie durchlaufen gerade das Anerkennungsverfahren für Ihren Berufs- oder Ausbildungsabschluss.
    •    Sie gehören zu einer der folgenden Gruppen:

    • Zugewanderte, einschließlich der Geflüchteten, die sich im Anerkennungsverfahren befinden und eine gute Bleibeperspektive haben (letzteres gilt zur Zeit für die fünf Herkunftsländer Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia). Ausgeschlossen sind Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern.
    • Bürgerinnen und Bürger der EU,
    • Deutsche mit Migrationshintergrund


    •    arbeitssuchend gemeldet sind und (in der Regel) Leistungen nach SGB II (Hartz IV) oder SGB III (Arbeitslosengeld) beziehen oder - im Falle eines Beschäftigtenkurses - Sprachkenntnisse zum Erhalt Ihres Arbeitsplatzes erwerben möchten und von Ihrem Arbeitgeber hierfür freigestellt werden.
    •    bereits einen Integrationskurs des Bundesamts absolviert bzw. bereits ausreichende Deutschkenntnisse besitzen.

     

    Wer an den Kursen teilnimmt, entscheiden die Arbeitsagenturen und Jobcenter. Wenden Sie sich hier an Ihre Beraterin oder Ihren Berater.

     

    Basismodule
    Es gibt Basiskurse und Aufbaumodule. Es wird unterschieden zwischen drei Basismodulen:

    • B1 auf B2
    • B2 auf C1
    • C1 auf C2

    Jedes Basismodul umfasst 300 Unterrichtseinheiten. 

    Ihre Lehrkraft hält Ihre Lernfortschritte regelmäßig schriftlich fest und wertet diese am Ende des Moduls gemeinsam mit Ihnen aus. Jedes Modul schließt mit einer Zertifikatsprüfung ab. Das erhaltene Zertifikat kann Ihnen auf Ihrem weiteren beruflichen Weg sehr nützlich sein.

     

    Spezialmodule
    Neben den Basismodulen sind verschiedene Spezialmodule vorgesehen, die folgende Schwerpunkte haben werden:

    1. Ein Schwerpunkt der Spezialmodule wird die berufsbezogene Deutschsprachförderung für Personen, die sich im Anerkennungsverfahren befinden, sein.

    2. Weitere Spezialmodule werden die verschiedenen Fachrichtungen abbilden, um so gezielt fachspezifische Inhalte, beispielsweise im Pflege-, oder kaufmännischen Bereich, zu vermitteln.

    3. Zusätzlich sollen Spezialmodule für Teilnehmende aus dem Integrationskursen angeboten werden, die das Niveau B1 nicht erreicht haben. Dieser Gruppe stehen Spezialmodule mit dem Eingangsniveau A1 und A2 zukünftig zur Verfügung.

    Anmeldung

    Sie möchten sich über oben genannte Module sprachlich und fachlich weiterqualifizieren? Dann wenden Sie sich an Ihren Vermittler der Arbeitsagentur oder des Jobcenters. Die Mitarbeitenden wissen, an welchen Sprachschulen Module der nationalen berufsbezogenen Deutschsprachförderung angeboten werden und können Sie für einen dieser Weiterqualifizierungen vorschlagen.

    Wenn Sie bereits arbeiten, können Sie Ihren Arbeitgeber fragen. Dieser erhält vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weitere Informationen. 

     

     

    Berufsbezogene Deutschkurse, die sich an spezielle Berufsgruppen richten und / oder auf eine Fachsprachprüfung zur Berufszulassung vorbereiten


    In einigen Berufen müssen Sie Sprachprüfungen ablegen, bevor Sie die Erlaubnis erhalten, in diesem Beruf zu arbeiten. Meistens handelt es sich dabei um Prüfungen in der sogenannten „Fachsprache“.
    Angehörige folgender Berufe müssen auf jeden Fall eine solche Prüfung ablegen:

    •    Ärzte und Ärztinnen / Zahnärzte und Zahnärztinnen
    •    Apotheker und Apothekerinnen
    •    Psychologische Psychotherapeuten und - therapeutinnen /
    •    Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und –therapeutinnen

    Ausnahmen von dieser Regel gelten nur für Antragstellende, bei denen die Genehmigungsbehörde ohne Zweifel feststellt, dass

    •    Deutsch in Wort und Schrift fließend (z.B. als Muttersprache) beherrscht wird oder der Abschluss der ärztlichen, zahnärztlichen, pharmazeutischen oder psychotherapeutischen Ausbildung (Ausbildungsnachweis) in deutscher Sprache erworben wurde oder
    •    wenn die oder der Antragstellende den Abschluss einer mindestens zehnjährigen allgemeinbildenden Schul-bildung an einer deutschsprachigen Schule oder
    •    den Abschluss einer mindestens dreijährigen Berufsausbildung in deutscher Sprache erworben hat.

    Auch wenn Sie in Nordrhein-Westfalen als

    •    Lehrer / Lehrerin

    arbeiten wollen, müssen Sie beim Landesprüfungsamt in Bochum eine Sprachprüfung („Sprachkolloquium“) ablegen. Wenn Sie das Große deutsche Sprachdiplom des Goethe Instituts mit mindestens 80 Punkten vorweisen können, müssen Sie diese Prüfung nicht ablegen.

    Alle diese Prüfungen bewegen sich auf dem anspruchsvollen C-Niveau des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. (C 1 - oder C 2 – Niveau). Sie sollten sich sehr sorgfältig auf diese Prüfungen vorbereiten und auch nach Vorbereitungskursen Ausschau halten, da ihre Möglichkeit zur Berufsausübung vom Bestehen dieser Prüfung abhängig ist. Wenn Sie sich im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens auf eine fachliche Kenntnisprüfung vorbereiten müssen, dann gibt es dafür Vorbereitungskurse, in denen in der Regel bereits die deutsche Fachsprache unterrichtet wird und auch auf die Sprachprüfung vorbereitet wird.

    Angehörige der Gesundheitsfachberufe (Krankenpflege, Physiotherapie, Ergotherapie …) können in die Situation kommen, dass ihre Sprachkenntnisse vom örtlichen Gesundheitsamt überprüft werden. Hier kann es also sein, dass Sie geprüft werden, es muss aber nicht sein. Trotzdem sollten Sie auch hier vorbereitet sein und sich nicht nur auf ihr Glück verlassen. Spezielle Deutschkurse gibt es auch für diese Gruppen. Wenn Sie sich im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens auf eine fachliche Eignungs- oder Kenntnisprüfung vorbereiten müssen, dann gibt es dafür Vorbereitungskurse, in denen in der Regel auch die deutsche Fachsprache unterrichtet wird.

     

    KompAS

    Bei KompAS (Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb) handelt es sich um eine den Integrationskurs ergänzende Maßnahme. KompAS unterstützt Sie bei Ihrer beruflichen Orientierung und Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt.

    Besonders an KompAS ist, dass ein Integrationskurs besucht wird und dazu (nachmittags) ein weiterer Kurs angeboten wird. Das kann zum Beispiel ein praktischer Kurs in einem bestimmten Berufsfeld sein, ein Praktikum oder ein Bewerbungstraining. Der Integrationskurs und die Maßnahme starten zeitgleich.

    Je nach Art und Inhalt des zusätzlichen Kurses sowie Ihren persönlichen Voraussetzungen kann der Integrationskurs mit dem 1. Modul des Basiskurses oder einem höheren Kursmodul beginnen. Vor Beginn der Maßnahme wird ein Einstufungstest gemacht.
     

    Wer kann teilnehmen?

    Die Teilnehmer werden zur Maßnahme KompAS durch das Jobcenter bzw. die Arbeitsagentur zugewiesen. Für den Integrationskurs gelten die oben genannten Regelungen.

    An der Maßnahme KompAS können Sie teilnehmen, wenn Sie

    • SGB II-leistungsberechtigt sind und noch keinen Integrationskurs gemacht haben
    • Asylbewerber/-in mit einer guten Bleibeperspektive sind und bereits eine Zulassung des Bundesamtes zur Teilnahme am Integrationskurs erhalten haben.

    Wie kann ich mich anmelden?

    Wenn Sie Arbeitslosengeld II bekommen und noch keinen Integrationskurs gemacht haben, sprechen Sie mit Ihrem Vermittler vom Jobcenter.

     

     

     

    Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W