Ausbildung und Umschulung

Ausbildung / Umschulung

Ausbildung bedeutet, dass man einen Beruf erlernt. Es gibt in Deutschland rund 350 Berufe, für die eine Ausbildung notwendig ist. Wie lange eine Ausbildung dauert, wo man sie machen kann und was dort gelernt werden muss, ist für jeden Ausbildungsberuf geregelt.

Es gibt Berufe mit betrieblicher Ausbildung und Berufe mit schulischer Ausbildung. Die Ausbildungsdauer beträgt normalerweise 2 bis 3 Jahre, in einigen wenigen Berufen nur ein Jahr.

Schulische Ausbildung heißt: sie findet in einer Schule statt und es gibt festgelegte Zeiträume für Praktika und Praxisphasen. Manche Ausbildungen sind kostenlos, für manche muss man selbst die Kosten tragen. Hierfür bewirbt man sich direkt bei den Schulen.

betriebliche Ausbildung (duales System) heißt: man ist in einem Betrieb angestellt, wird dort praktisch ausgebildet und besucht außerdem eine Berufsschule, zum Beispiel an einem Tag in der Woche. Während der Ausbildung zahlt der Betrieb eine Ausbildungsvergütung.

Sie leben im Ausland und wollen eine Ausbildung in Deutschland machen?

Personen aus dem Ausland können in Deutschland eine Berufsausbildung machen. Für betriebliche Ausbildungen können Sie eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn sie

  • einen Ausbildungsvertrag haben und
  • die Bundesagentur für Arbeit (ZAV) der Aufnahme der Ausbildung zustimmt. Für die Erteilung der Zustimmung ist die Durchführung einer "Vorrangprüfung" erforderlich. Die Ausbildung in Deutschland ist also möglich, wenn für die angebotene Ausbildung keine inländischen Ausbildungssuchenden oder Bewerberinnen und Bewerber aus EU-Mitgliedstaaten zur Verfügung stehen.(Gesetzesgrundlage: § 17 AufenthG)

Nach erfolgreichem Abschluss einer qualifizierten Berufsausbildung in Deutschland haben Sie die Möglichkeit, in dem erlernten Beruf als Fachkraft weiter zu arbeiten.

Als „qualifizierte Berufsausbildungen“ gelten alle Ausbildungen, in denen die Ausbildungsdauer mindestens zwei Jahre beträgt. Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung haben Sie ein Jahr Zeit, sich eine der Ausbildung entsprechende Beschäftigung zu suchen.

In dieser Zeit dürfen Sie – genau wie die Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen – jede Beschäftigung aufnehmen. (Gesetzesgrundlage: § 17 Absatz 3 Aufenthaltsgesetz).

Das Sonderprogramm „MobiPro-EU zur "Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa

  • Wenn Sie sich für eine Berufsausbildung in Deutschland interessieren und
  • zwischen 18 und 27 Jahre alt sind,
  • die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaats oder eines EWR-Staates haben,
  • ihren Wohnsitz im europäischen Ausland haben oder sich zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung nicht länger als drei Monate in Deutschland aufhalten, und
  • über einen anerkannten Schulabschluss verfügen und
  • noch nicht über eine abgeschlossene betriebliche Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss in einem Masterstudiengang verfügen
  • und eine Förderung ihrer Ausbildung nicht durch andere Gesetze möglich ist (SGB III, § 59)

dann sollten Sie sich über das Sonderprogramm „MobiPro-EU“ informieren und beraten lassen.

Die Umschulung ist eine verkürzte Ausbildung. Eine Umschulung ist zum Beispiel möglich, wenn Sie schon Berufserfahrung haben, aber noch keine Ausbildung in diesem Beruf gemacht haben oder Sie im erlernten Beruf nicht mehr arbeiten können. Auch hier gibt es die betriebliche und die schulische Umschulung. Außerdem gibt es eine überbetriebliche Umschulung bei einem Bildungsträger.

In den meisten Fällen sind Auszubildende junge Leute, die ihre Ausbildung direkt nach dem Schulabschluss machen. Es gibt aber diese Möglichkeit auch für Erwachsene. Manchmal ist es sogar möglich, eine Ausbildung in Teilzeit zu machen, also mit weniger als 40 Arbeitsstunden in der Woche, was für Mütter oder Väter mit kleinen Kindern wichtig sein kann.

Teilzeitberufsausbildung

Eine Teilzeitausbildung ist dann möglich, wenn Sie als Auszubildende und der ausbildende Betrieb gemeinsam einen Antrag stellen. Außerdem müssen Sie ein "berechtigtes Interesse" an der Teilzeitausbildung haben, das heißt, Sie müssen entweder

  • ein eigenes Kind betreuen oder eine/n nahe/n Angehörigen pflegen. Oder:
  • eine eigene Behinderung führt dazu, dass eine ganztägige Ausbildung eine übermäßige Belastung für Sie darstellt. Oder:
  • Sie gehören zu den jungen Eltern, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung erlangt haben oder
  • Sie sind Mutter (oder Vater), die/der eine Ausbildung bereits begonnen und aufgrund von Elternschaft abgebrochen hat. Oder:
  • wenn Sie zu den Menschen gehören, die noch keine Ausbildung abgeschlossen haben und in häusliche Pflege eingebunden sind.
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W