Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende

Zugang zum Arbeitsmarkt für Personen, die sich aus humanitären, völkerrechtlichen oder politischen Gründen mit einer Aufenthaltserlaubnis oder als Asylbewerber oder mit einer Duldung in Deutschland aufhalten

Arbeitsmarktzugang mit Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen

Wer sich mit einer Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen in Deutschland aufhält, hat ein uneingeschränktes Recht auf Zugang zum Arbeitsmarkt. Sie können ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit jede Beschäftigung aufnehmen.

Allerdings muss hierfür nach wie vor die Erlaubnis zur Beschäftigung vorliegen, die bei der Ausländerbehörde beantragt werden kann.

Arbeitsmarktzugang für Personen mit Aufenthaltsgestattung

Personen, die sich als Asylbewerberinnen oder Asylbewerber mit einer Aufenthaltsgestattung in Deutschland aufhalten, können nach drei Monaten Wartezeit eine Beschäftigung aufnehmen. Die dafür benötigte Erlaubnis erteilt die zuständige Ausländerbehörde. Dafür ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) erforderlich.

Ohne Zustimmung der Bundesagentur (ZAV) können Asylbewerberinnen und Asylbewerber (Aufenthaltsgestattung)

  • nach drei Monaten Wartezeit eine betriebliche Berufsausbildung  in Deutschland aufnehmen. Für eine schulische Berufsausbildung ist in der Regel keine Erlaubnis erforderlich. Für die Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung ist eine Erlaubnis durch die Ausländerbehörde aber erforderlich.
  • nach den ersten drei Monaten des Aufenthalts ein Praktikum im Rahmen einer Schul- oder Berufsausbildung oder eines EU-geförderten Programms (ESF/EFF/AMIF) sowie eine Beschäftigung im Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) ohne Zustimmung der ZAV (Arbeitsagentur) aufnehmen. Eine Erlaubnis durch die Ausländerbehörde ist aber erforderlich.
  • nach den ersten 3 Monaten des Aufenthalts Beschäftigungen aufnehmen, für die auch andere ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Hinblick auf ihre hohe Qualifikation ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zugelassen werden (z. B. wenn die Voraussetzungen für die Erteilung einer Blauen Karte EU vorliegen. Die Blaue Karte EU selber allerdings wird Ihnen nicht erteilt, wenn Sie einen Antrag auf Feststellung der Voraussetzungen nach § 60 Absatz 5 oder 7 Satz 1 oder nach § 60a Absatz 2 Satz 1 gestellt haben.) Welche Beschäftigungen zu welchen Bedingungen das sind, können Sie hier erfahren. Wichtig: Für einige Beschäftigungen entfällt lediglich die "Vorrangprüfung" durch die ZAV, einige Beschäftigungen sind komplett zustimmungsfrei.
  • nach vierjährigem Aufenthalt jede Beschäftigung, einschließlich Zeit- und Leiharbeit, aufnehmen.

Ebenfalls zustimmungsfrei sind mit der Änderung der Beschäftigungsverordnung vom 29.7.2015 mindestlohnfreie Praktika. Die Regelung gilt für:

  • Pflichtpraktika,
  • Orientierungspraktika von einer Dauer bis zu drei Monaten, die Voraussetzung dafür sind, ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen,
  • ausbildungs- bzw. studienbegleitenden Praktika mit einer Dauer von bis zu drei Monaten sowie
  • Einstiegsqualifizierungen oder Maßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung.

Ohne Vorrangprüfung können Personen mit Aufenthaltsgestattung

Wenn Ihnen laut Nebenbestimmung "Beschäftigung nicht gestattet" ist, müssen Sie einen Antrag auf Gestattung stellen. Nach vierjährigem Aufenthalt sollte in ihren Nebenbestimmungen automatisch "Jede Beschäftigung gestattet" vermerkt sein.

Arbeitsmarktzugang mit Duldung

Personen, die sich mit einer Duldung in Deutschland aufhalten, können nach drei Monaten Wartezeit eine Beschäftigung aufnehmen. Die dafür benötigte Erlaubnis erteilt die zuständige Ausländerbehörde. Dafür ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) erforderlich.


Ohne Zustimmung der Bundesagentur (ZAV) können Personen mit einer Duldung

  • - wie bisher - ohne Wartefrist ab dem ersten Tag des Aufenthalts eine betriebliche Ausbildung ohne Zustimmung der ZAV aufnehmen. Für die Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung ist eine Erlaubnis durch die Ausländerbehörde erforderlich.
  • - wie bisher - ohne Wartefrist ab dem ersten Tag des Aufenthalts ein Praktikum im Rahmen einer Schul- oder Berufsausbildung oder eines EU-geförderten Programms (ESF/EFF/AMIF) sowie eine Beschäftigung im Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) ohne Zustimmung der ZAV (Arbeitsagentur) aufnehmen. Eine Erlaubnis durch die Ausländerbehörde ist aber erforderlich.
  • ab dem ersten Tag des Aufenthalts Beschäftigungen aufnehmen, für die auch andere ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Hinblick auf ihre hohe Qualifikation ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zugelassen werden (z. B. wenn die Voraussetzungen für die Erteilung einer Blauen Karte EU vorliegen. Die Blaue Karte EU selber allerdings wird Ihnen nicht erteilt, wenn Sie im Besitz einer Duldung nach § 60a sind.) Welche Beschäftigungen zu welchen Bedingungen das sind, können Sie hier erfahren. Wichtig: Für einige Beschäftigungen entfällt lediglich die "Vorrangprüfung" durch die ZAV, einige Beschäftigungen sind komplett zustimmungsfrei.
  • nach vierjährigem Aufenthalt jede Beschäftigung, einschließlich Zeit- und Leiharbeit, aufnehmen.

Ebenfalls zustimmungsfrei sind mit der Änderung der Beschäftigungsverordnung vom 29.7.2015 mindestlohnfreie Praktika. Die Regelung gilt für:

  • Pflichtpraktika,
  • Orientierungspraktika von einer Dauer bis zu drei Monaten, die Voraussetzung dafür sind, ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen,
  • ausbildungs- bzw. studienbegleitenden Praktika mit einer Dauer von bis zu drei Monaten sowie
  • Einstiegsqualifizierungen oder Maßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung.

Ohne Vorrangprüfung können Personen mit Duldung

Wenn Ihnen laut Nebenbestimmung "Beschäftigung nicht gestattet" ist, müssen Sie einen Antrag auf Gestattung stellen. Nach vierjährigem Aufenthalt sollte in ihren Nebenbestimmungen automatisch "Jede Beschäftigung gestattet" vermerkt sein.

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W