Arbeitsformen

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Sind Sie bei einem Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig beschäftigt, erhalten Sie dadurch eine soziale Absicherung. Sie haben dann eine Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung und erwerben Ansprüche auf Arbeitslosengeld (ALG 1). Die Kosten für diese Versicherungen zahlt etwa zur Hälfte Ihr Arbeitgeber für Sie. Sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind Sie in der Regel, wenn Ihr monatlicher Bruttolohn mehr als 450,-€ beträgt.

Selbständigkeit
Vielleicht überlegen Sie sich auch, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen, also selbst die eigene Chefin zu werden. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Es muss nicht immer der eigene Laden sein. Wenn Sie eine Geschäftsidee haben, sollten Sie sich gut informieren, bevor sie starten. Für Existenzgründerinnen, also Frauen, die sich selbständig machen wollen, gibt es spezielle Informations- und Beratungsangebote.


Minijob/geringfügige Beschäftigung
Geringfügige Tätigkeiten/Minijob/450-Euro-Job: Diese drei Begriffe werden für Arbeitsverhältnisse verwendet, bei denen Sie nicht mehr als 450,-€ monatlich verdienen. Sie können natürlich auch weniger verdienen. Die wöchentliche Arbeitszeit ist nicht begrenzt. Das heißt, die Zahl der Stunden, die Sie pro Woche arbeiten, sind dabei egal. Sie können auch mehrere Minijobs haben, aber auch dann dürfen Sie insgesamt nicht mehr als 450,-€ verdienen.
 Hierfür müssen Sie nur Rentenversicherungsbeiträge, aber sonst keine Steuern und Sozialabgaben bezahlen. Es ist also keine sozialversicherungspflichtige Teilzeit- oder Vollzeitarbeitsstelle.

Zeitarbeit
Eine besondere Arbeitsform ist die Zeitarbeit (oder Leiharbeit). Offiziell heißt sie Arbeitnehmerüberlassung. Das Besondere hierbei ist, dass Sie einen Arbeitsvertrag mit einer Zeitarbeitsfirma abschließen. Diese Firma leiht Sie an andere Firmen aus, bei denen Sie dann arbeiten. Ihr Gehalt bekommen Sie aber von der Zeitarbeitsfirma. Durch Zeitarbeit können Sie Berufserfahrung gewinnen, weil Sie in verschiedenen Firmen arbeiten. Nachteil ist, dass in Zeitarbeitsfirmen oft relativ geringe Löhne gezahlt werden. Die Arbeits- und Vertragsbedingungen können sehr unterschiedlich sein. Ein Vergleich ist ratsam.

Praktikum
Manchmal kann es hilfreich sein, auch als Erwachsener ein Praktikum zu machen. Das bedeutet, ohne Bezahlung für wenige Wochen zu arbeiten. Ein Praktikum kann helfen, sich über die eigenen beruflichen Ziele und Wünsche besser klar zu werden. Ist der Beruf so, wie ich in mir vorgestellt habe? Bin ich dafür geeignet? Reichen meine Deutschkenntnisse aus?
Ein Praktikum ersetzt keine Ausbildung und keine Weiterbildung. Es ist nur ein „Reinschnuppern“ in die Arbeitswelt und den angestrebten Beruf. Ein Praktikum ist immer auch eine gute Möglichkeit, sich bei einem möglichen zukünftigen Arbeitgeber zu präsentieren.

Wichtig:
Egal Leiharbeit, Praktikum oder Minijob: damit ist es schwierig den eigenen Lebensunterhalt dauerhaft zu sichern. Alle diese Arbeitsformen sollten nur ein möglicher Einstieg in Ihr Berufsleben sein. Fast immer ist es nur durch eine Vollzeitstelle oder eine Teilzeitstelle mit hoher Stundenzahl möglich für sich selbst und die Kinder ausreichend Geld zu verdienen. Auch für eine spätere Rente sind Zeiten mit geringem Verdienst problematisch.

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W