Anpassungsqualifizierung, Defizitprüfung und Externenprüfung

Anpassungsqualifizierung / Vorbereitung auf Prüfungen im Rahmen von Anerkennungsverfahren

Im Rahmen der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen gibt es manchmal die Möglichkeit eine Anpassungsqualifizierung zu machen. Das trifft besonders dann zu, wenn Ihr Abschluss nur zum Teil anerkannt worden ist und ihre Kenntnisse nicht den Anforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt entsprechen. Die Anpassungsqualifizierung soll ihnen diese Kenntnisse vermitteln und kann zu einer vollen Anerkennung ihres Abschlusses führen. Das ist besonders in den Berufen wichtig, in denen die volle Anerkennung benötigt wird, um in dem Beruf arbeiten zu dürfen. (Reglementierte Berufe)

Manchmal haben Sie die Wahl zwischen einer Anpassungsqualifizierung und einer Prüfung.

Und manchmal haben Sie keine Wahl, sondern Sie müssen eine Prüfung ablegen, wenn ihr Abschluss nicht vollständig anerkannt wurde. Das gilt zum Beispiel für Ärzte und Ärztinnen, aber auch für Apotheker und Apothekerinnen und einige andere Berufe. Auch zur Vorbereitung auf diese Prüfungen gibt es Lehrgänge, die Sie nach Möglichkeit zur Vorbereitung nutzen sollten.

Diese Lehrgänge bereiten Sie meistens nicht nur auf den fachlichen Teil der Prüfung vor, sondern in der Regel auch parallel auf den Umgang mit der Fachsprache, bzw. auch auf zum Teil zwingend verlangte Deutschprüfungen in der Fachsprache.
Wenn Sie auf der Suche nach einer Anpassungsqualifizierung oder einer Möglichkeit zur Prüfungsvorbereitung sind, wenden Sie sich immer auch an die Stelle, die für die Anerkennung ihres Berufes zuständig ist. Klären Sie dort auch, was Sie tun können, wenn es keinen Lehrgang gibt. (z. B. Praktikum als Ersatz?)

Sie leben im Ausland? 

Mit dem § 17a des Aufenthaltsgesetzes wird für maximal 18 Monate die Möglichkeit für ausländische Fachkräfte geschaffen, eine Anpassungsqualifizierung in Deutschland durchzuführen, damit der eigene Berufsabschluss anerkannt und eine Erwerbstätigkeit aufgenommen werden kann. Der Aufenthaltstitel umfasst alle Bildungsmaßnahmen, die im Kontext eines Anerkennungsverfahrens in Frage kommen, z.B. Anpassungslehrgänge, Vorbereitungskurse auf Prüfungen, Sprachkurse oder betriebliche Weiterbildungen. § 17a berechtigt außerdem zur Einreise zwecks Absolvierung einer Kenntnisstandprüfung im Kontext Anerkennung sowie zur Arbeitsplatzsuche im Anschluss an die Bildungsmaßnahme.

Der neue Aufenthaltstitel ermöglicht es auch, begleitend zu einer Anpassungsmaßnahme eine Beschäftigung aufzunehmen, die im Zusammenhang mit dem angestrebten Beruf steht.

Vorbereitungslehrgänge auf die Externenprüfung

Die Möglichkeit einer „Externenprüfung“ gibt es nicht nur für Schulabschlüsse, sondern auch für berufliche Abschlüsse.

Wenn eine Anerkennung der Berufsqualifikation nicht möglich ist, besteht manchmal die Möglichkeit, an einer Externenprüfung teilzunehmen. Das bedeutet: sie legen nur die Prüfung zu einem bestimmten Abschluss ab, ohne vorher den entsprechenden Bildungsgang in Deutschland besucht zu haben. Die Möglichkeit der Externenprüfung steht allen offen, die bestimmte Voraussetzungen mitbringen, z. B. in der Arbeitserfahrung: in der Regel muss man mindestens das 1.5-fache der regulären Ausbildungszeit in dem (nicht reglementierten!) Beruf gearbeitet haben. Manchmal können Zeiten der Teilnahme an Vorbereitungslehrgängen in diese Zeiten einbezogen werden, ebenso wie Ausbildungszeiten aus nicht abgeschlossenen Ausbildungen.

Es handelt sich hierbei um kein spezielles Instrument zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Sie erwerben einen vollwertigen deutschen Bildungsabschluss, wenn Sie die Externenprüfung erfolgreich absolvieren. Gute Deutschkenntnisse und Prüfungsvorbereitung sind für einen erfolgreichen Abschluss notwendig. Auch hier gibt es Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Externenprüfung.

Die Externenprüfung ist ein Instrument, das vor allem im Bereich der nicht reglementierten Berufe des Dualen Systems Anwendung findet. (IHK- und HWK-Berufe) Mittlerweile gibt es die Möglichkeit der Externenprüfung und auch Vorbereitungslehrgänge z. B. für Erzieherinnen und Erzieher.

Im Bereich der Altenpflege gibt es zwar keine Externenprüfung, aber die Möglichkeit, nach einem erfolgreichen Kompetenzfeststellungsverfahren in Verbindung mit einschlägiger Berufserfahrung als Hilfskraft und dem Erfüllen der gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen zu einer verkürzten (2-jährigen) Altenpflegeausbildung zugelassen zu werden.

 

 

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