Trennung und Scheidung

Geht eine Partnerschaft zu Ende ist dies eine besonders schwierige Lebenssituation. Zur emotionalen Belastung kommen finanzielle und rechtliche Fragen und Probleme hinzu, die gelöst werden müssen. Auch wenn Sie sich vielleicht von der Situation überfordert fühlen, ist es für eine gesicherte Zukunft notwendig, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen und sich dazu Rat und Unterstützung  zu holen.

Aufenthaltsrecht und Staatsangehörigkeit

Wenn Sie Ihre Aufenthaltserlaubnis nur aufgrund der Ehe erhalten haben, dann haben Sie erst ein eigenständiges Aufenthaltsrecht, wenn die Ehe seit mindestens drei Jahren in Deutschland bestanden hat.  Sie könnten also bei einer kürzeren Ehezeit Ihr Aufenthaltsrecht verlieren. Wichtig: Dies gilt bereits bei der Trennung und nicht erst bei der Scheidung. Sind Sie länger als drei Jahre in Deutschland verheiratet, können Sie durch die Trennung nicht Ihre Aufenthaltserlaubnis verlieren. Wenn Ihr Partner verstirbt, ein Härtefall vorliegt (zum Beispiel bei Gewalt in der Ehe) oder wenn Sie gemeinsame minderjährige Kinder haben, können Sie ein eigenständiges Aufenthaltsrecht bereits nach weniger als drei Jahren Ehe erhalten.

Die Trennung kann auch Auswirkungen haben, wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt haben und die Einbürgerung nur aufgrund der Ehe erfolgen könnte. In diesem Fall müssen Sie die Einbürgerungsbehörde über die Trennung informieren. Es kann passieren, dass Sie dann vorerst nicht eingebürgert werden können.

Internationales Scheidungsrecht

In fast allen Ländern gilt bei Scheidungen das „Internationale Privatrecht. Das heißt für Sie, dass in den meisten Fällen das deutsche Scheidungsrecht zur Anwendung kommt, auch wenn Sie und Ihr Partner nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dies gilt besonders dann, wenn die Ehe in Deutschland geführt worden ist. Es kann aber auch möglich sein, dass aufgrund Ihrer Familienkonstellation ausländisches Familienrecht zur Anwendung kommt oder Sie die Wahl haben. Im Zweifelsfall sollten Sie sich dazu durch einen Rechtsanwalt beraten lassen. Zuständig ist grundsätzlich das deutsche Familiengericht, es sei denn, Ihr Partner hat bereits im Ausland die Scheidung eingereicht.

Sorgerecht

In Deutschland erhalten grundsätzlich beide Elternteile bei der Scheidung  das Sorgerecht (gemeinsames Sorgerecht). Ausnahmen hiervon gibt es nur in sehr seltenen Fällen.  Es hat also auch der Elternteil das Sorgerecht, bei dem die Kinder nicht leben. Sollte es Probleme in der Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts geben, bieten die Jugendämter Unterstützung und Beratung.

Unterhaltsrecht

Währen der Trennung gilt der Grundsatz, dass für beide Ehepartner der gewohnte Lebensstandard erhalten bleiben soll. Daher muss der Ehepartner mit dem höheren Einkommen dem anderen den sogenannten Trennungsunterhalt zahlen. Nach der Scheidung gilt dies nicht mehr. Das Unterhaltsrecht erwartet von beiden Ehepartnern, dass jeder durch eine eigene Erwerbstätigkeit für sich selbst sorgt. Ihr geschiedener Partner muss Ihnen nur dann für einen gewissen Zeitraum Unterhalt zahlen, wenn zum Beispiel  Ihre Kinder noch sehr klein sind oder Sie wegen einer Krankheit nicht arbeiten können.

Die gemeinsamen Kinder haben hingegen einen Anspruch auf Unterhalt solange sie minderjährig sind oder eine Ausbildung machen, studieren oder zur Schule gehen.

Wohnen

Wer nach der Trennung oder der Scheidung in der ehelichen Wohnung oder im Haus wohnen bleibt, können Sie und Ihr Partner selbst entscheiden. Ebenso bei wem die Kinder wohnen werden. In den seltenen Fällen, wo keiner von beiden bis zur Scheidung ausgezogen ist und auch keine Einigung erzielt werden kann, wird durch das Familiengericht entschieden. Dann weist es in der Regel die Wohnung der Ehefrau zu, falls sie mit den Kindern dort wohnen bleiben will.

Versicherungen

Möglicherweise bestanden während der Ehe Versicherungen, in denen Sie selbst als Ehefrau über Ihren Ehemann automatisch mitversichert (familienversichert) waren. Mit der Scheidung verlieren Sie automatisch diesen Versicherungsschutz. Das gilt zum Beispiel für die Haftpflichtversicherung. Wenn Sie zum Zeitpunkt der Scheidung nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder Bezieherin von Arbeitslosengeld waren, haben Sie auch keine eigene Krankenversicherung. Sie müssen dann selbst eine Krankenversicherung abschließen und dafür auch selbst monatliche Beiträge zahlen.

 

 

 

 

 

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W