Ich habe mich um Kinder und Jugendliche aus armen Familien gekümmert. Als ich nach Deutschland gezogen bin, hatte ich die Hoffnung, hier auch in diesem Bereich arbeiten zu können.
Ich habe hier Sprachkurse besucht und versucht herauszufinden, was ich tun muss, um als Sozialarbeiterin arbeiten zu können. Das hat aber nicht so richtig funktioniert. Egal, wo ich gefragt habe, mir haben alle gesagt, ich hätte da keine guten Chancen. Ich war völlig frustriert. Dann wurde unsere Tochter geboren und ich habe mich erstmal einige Jahre nur um meine kleine Familie gekümmert. Zweimal war ich mit ihr für drei Monate in Brasilien das war sehr schön.
Zu Hause ist mir immer mehr die Decke auf den Kopf gefallen. Zum Glück hatte ich einen guten Kontakt zu der Leiterin des Kindergartens, in den meine Tochter damals ging. Ich habe da immer mal wieder ausgeholfen und bin dort mittlerweile fest als Ergänzungskraft mit 15 Stunden in der Woche angestellt. Das ist mir aber auf Dauer zu wenig. Ich habe es nicht geschafft, dass meine Qualifikation aus Brasilien anerkannt wird. Darum mache ich seit einem Semester berufsbegleitend ein Fernstudium in Sozialer Arbeit. Darauf bin ich sehr stolz, auch wenn es neben Arbeit und Familie natürlich sehr anstrengend ist. Wenn ich fertig bin, will ich endlich wieder das machen, was ich richtig gut kann: mich um die Kinder aus armen Familien kümmern. Die gibt es schließlich nicht nur in Brasilien.
Schade, dass ich von dieser tollen Möglichkeit des Fernstudiums nicht schon vor Jahren erfahren habe. Ich kann darum nur allen Frauen empfehlen, sich überall zu informieren und bloß nicht gleich aufzugeben, wenn nicht Alles so kommt wie erhofft.





