Im September 2007 bin nach Deutschland gezogen. Hier lebe ich mit meinem Mann und unseren beiden Kindern (11 und 6 Jahre alt).
Zuerst habe ich hier einen Sprachkurs besucht, aber das waren nur ein paar Stunden in der Woche. Ich wollte schneller Deutsch lernen und bin deswegen in einen Intensivkurs gewechselt und gleich danach habe ich einen Kurs zur beruflichen Orientierung besucht. Da habe ich viel Selbstvertrauen gewonnen. Ich denke, wer lange ohne Arbeit ist, verliert sein Selbstbewusstsein.
Ich habe allen Freunden, Bekannten und Nachbarn erzählt, dass ich Arbeit suche als Krankenpflegehelferin. Mir war klar, dass ich wahrscheinlich nicht direkt eine Arbeit als Krankenschwester bekomme, aber ich wollte unbedingt wieder in die Praxis. Ich habe einige Initiativbewerbungen geschrieben und mich auf Anzeigen beworben. Tatsächlich bin ich zu einigen Einstellungsgesprächen eingeladen worden, woraus sich aber nicht sofort was ergab. Auf einer Party habe ich mit einer Frau gesprochen, die mir sagte, sie kenne da jemanden in einer Reha-Klinik. Gleich am nächsten Tag hat sie den Kontakt für mich hergestellt. Ich habe mich beworben und eine Stelle als Krankenschwesteraushilfe bekommen.
In der Klinik habe ich jetzt eine halbe Stelle. Das war natürlich für meine Familie eine Umstellung. Unser Leben musste ganz anders organisiert werden. Das klappt aber gut und ich bin sehr zufrieden. Die Sprache ist manchmal noch ein Problem in der Klinik, aber mit den Patienten komme ich prima zurecht. Ins Team habe ich mich sehr schnell integriert. Ich habe auch schon sehr viel Lob von Patienten für meine Arbeit bekommen. Durch die Arbeit lerne ich jeden Tag neue Wörter, die ich auf der Station brauche. Eine Fortbildung über Reanimation habe ich auch schon gemacht.
Ich kann nur allen Frauen raten: Nie aufgeben und alle Möglichkeiten nutzen, auch wenn mal eine Absage kommt. Ich habe viele Migrantinnen kennen gelernt, die den Mut verloren haben, obwohl sie so viel können.
Für mich hoffe ich, dass ich mich weiter fortbilden kann, so dass ich eines Tages als examinierte Krankenschwester arbeiten kann. Den ersten Schritt dazu habe ich gemacht. Warum nicht klein anfangen? Seitdem ich Arbeit habe, sehe ich Deutschland mit ganz anderen Augen und sehe zuversichtlich in die Zukunft.





