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Khalida

Mit 20 Jahren habe ich geheiratet und bin zu meinem algerischen Mann nach Deutschland gezogen. Nach der Geburt unseres ersten Kindes hatte ich verschiedene Aushilfsjobs als Kellnerin und als Schuhverkäuferin. Dabei hat mir sehr geholfen, dass ich in Algerien in der Schule schon fünf Jahre Deutschunterricht hatte. Nach der Geburt unseres zweiten Kindes war ich ein paar Jahre zu Hause und habe einige Deutschkurse besucht. Ich wollte aber unbedingt einen Beruf lernen.

Ich war bei verschiedenen Beratungsstellen und musste leider erfahren, dass mein Abitur und der Abschluss an der Kunstschule in Deutschland nicht anerkannt sind. Nach einiger Zeit habe ich eine Ausbildungsstelle als Bürokauffrau gefunden, da war ich mittlerweile 30 Jahre alt. Heute arbeite ich als Sachbearbeiterin in einer Verwaltung.

Als ich nach Deutschland kam, hätte ich mir gewünscht, dass es eine zentrale Beratungsstelle in meiner Stadt gegeben hätte. Eine Stelle, wo ich Antworten und Hilfe bei meinem beruflichen Start bekomme, bei der Kinderbetreuung und ganz praktische Tipps bei Behördengängen und anderen Dingen, die zu meinem deutschen Alltag gehörten.

Ich denke, dass ich doch meinen Weg gegangen bin, verdanke ich meinem eigenen starken Willen. Ich habe versucht, mich nicht von Behörden bremsen zu lassen. Meine Familie und meine Freunde haben mich immer unterstützt. Wichtig war auch, dass ich schon etwas Deutsch konnte.

Rückblickend würde ich heute viel früher eine Ausbildung machen und vielleicht auch mein Abitur in Deutschland nachholen. Vielleicht hätte ich noch mehr dafür kämpfen sollen, dass meine Ausbildung hier anerkannt wird.

Ich wünsche allen Frauen, dass sie sich so schnell wie möglich beruflich orientieren können und so schnell wie möglich Deutsch lernen.

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