Schulabschluss und Studium

Etwas Neues lernen: Der Schulabschluss

Für viele Ausbildungen und Studiengänge sind bestimmte Schulabschlüsse Voraussetzung.

Falls Sie den geforderten Schulabschluss nicht haben, gibt es Möglichkeiten auch als Erwachsene in Deutschland einen Schulabschluss zu erwerben. Entweder besuchen Sie eine Schule, was je nach Abschluss ein Jahr oder länger dauern kann, oder Sie legen eine so genannte „Externenprüfung“ ab. Das bedeutet, dass Sie die Abschlussprüfung machen können, ohne vorher eine Schule zu besuchen. Das ist schwieriger, aber dafür schneller.

Informationen zur Externenprüfung finden Sie bei der für Sie zuständigen Bezirksregierung in Nordrhein-Westfalen.

In Deutschland gibt es vier Schulabschlüsse:


Wenn Sie im Ausland einen Schulabschluss gemacht haben, können Sie den Abschluss in Nordrhein-Westfalen zu Ausbildildungs-, Weiterbildungs- und Umschulungszwecken sowie zur Arbeitssuche anerkennen lassen.

Informationen zur Anerkennung von Schulabschlüssen in NRW finden Sie in unserem Video zur Anerkennung von Schulabschlüssen.

Studium

Wenn Sie in Deutschland studieren möchten, müssen Sie über

  • ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und
  • eine sogenannte „Hochschulzugangsberechtigung“ haben.

Eine wichtige Voraussetzung für die „Hochschulzugangsberechtigung“ in Deutschland ist ihr Schulabschluss. Mit ihrem Schulabschluss müssen Sie zumindest in dem Land, in dem Sie den Abschluss gemacht haben, studieren dürfen. Das ist eine Mindestvoraussetzung. Insgesamt muss ihr Schulabschluss – häufig in Kombination mit einer Hochschulaufnahmeprüfung und / oder Studienjahren - dem deutschen Abitur, der fachgebundenen Hochschulreife oder der Fachhochschulreife entsprechen.

Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es auch die Möglichkeit, ohne Abitur zu studieren.

Kenntnisse in der Ausbildungssprache werden - nur unter bestimmten Bedingungen - nicht verlangt (§ 16 Abs. 1 Satz 4 AufenthG).

Wenn Sie schon in Deutschland leben, sollten Sie sich an die entsprechende Universität oder Fachhochschule wenden und sich dort beraten lassen.

Wenn Sie noch nicht in Deutschland leben, können Sie sich im Internet auf den Seiten des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) über alle notwendigen Schritte informieren.

Hinweis: Drittstaatsangehörige, die in Deutschland studieren möchten, aber noch nicht an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule zugelassen wurden, können eine Aufenthaltserlaubnis von bis zu neun Monaten erhalten (Gesetzesgrundlage: § 16 Abs. 1aAufenthG).

Voraussetzung ist der Nachweis der sogenannten "Hochschulzugangsberechtigung", die gegebenenfalls über eine Feststellungsprüfung erworben werden kann.

Ausländischen Studierenden kann zum Zwecke des Studiums in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis mit einer Geltungsdauer  von mindestens einem Jahr und höchstens zwei Jahren erteilt werden (Gesetzesgrundlagen: § 16 Abs. 1 Satz 5AufenthG). Das Studium muss den Hauptzweck des Aufenthalts darstellen, ein Abend-, Wochenend- oder Fernstudium reicht nicht aus.
Beschäftigung in beschränktem Umfang sowie die Ausübung studentischer Nebentätigkeiten ist gestattet. Sie dürfen während des Studiums in Deutschland 120 ganze Tage oder 240 halbe Tage arbeiten. (§ 16Abs. 3 AufenthG).
Studierende, denen von einem anderen Mitgliedstaat der EU ein Aufenthaltstitel zum Zweck des Studiums erteilt wurde, können unter bestimmten Bedingungen (§16 Abs. 6 AufenthG) eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken in Deutschland erhalten.

Einen guten Überblick über alles Wissenswerte zum Thema „Studium“ bietet auch unser Video „Studieren“. Sie haben hier die Möglichkeit die Informationen mit türkischen, spanischen, englischen, französischen, russischen, polnischen und arabischen Untertiteln abzurufen.

Exkurs: Studium in Deutschland abgeschlossen, was dann?

Damit ausländische Studierende nach Abschluss des Studiums die Möglichkeit haben, eine ihrer Ausbildung entsprechende Beschäftigung zu suchen, dürfen sie sich bis zu 18 Monate zur Arbeitssuche in Deutschland aufhalten. In dieser Zeit ist es Ihnen erlaubt, jeder Beschäftigung nachzugehen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Außerdem: Wenn Sie ihren Hochschulabschluss in Deutschland gemacht haben, dann sind die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für Akademikerinnen und Akademiker und die Erteilung einer Blaue Karte EU in Mangelberufen für Sie zustimmungsfrei, wenn sie die Mindestgehaltsschwelle erreichen.

In den Fällen, in denen Sie die Mindestgehaltsschwelle unterschreiten und keine Blaue Karte EU erhalten, ist die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis gem. § 2 Absatz 1 Nr. 3 zustimmungsfrei.

Sie können nach zwei Jahren eine Niederlassungserlaubnis erhalten (§ 18b AufenthG).

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Landesinitiative netzwerk W